Lebermetastasen

Zusammenfassung

Unter Lebermetastasen versteht man Absiedelungen von Krebszellen, die aus anderen Tumoren - wie z.B. dem Lungenkrebs - über Blut- oder Lymphgefäße in die Leber gelangen und sich dort weiter vermehren. Diese Metastasen führen in der Regel erst spät zu Beschwerden. Die Diagnose erfolgt mittels bildgebender Verfahren, also Ultraschall, Computer- oder Kernspintomographie. Die Behandlung und die Prognose sind abhängig von der Anzahl und Größe der Metastasen und auch von der Art und der Ausbreitung des Primärtumors sowie vom Allgemeinzustand des Patienten.

Allgemeines

Die sekundären Lebertumoren (Lebermetastasen) entstehen aus in der Leber angesiedelten entarteten Zellen anderen Ursprungs. Diese entarteten Zellen, die nicht primär in der Leber entstanden sind, werden als Metastasen bzw. Tochtergeschwülste bezeichnet. Ein wichtiges Charakteristikum für die Bösartigkeit des Muttertumors ist seine Fähigkeit, derartige Tochtergeschwülste zu bilden.

Etwa ein Drittel aller bösartigen Tumoren haben Lebermetastasen zur Folge. Tumoren, bei denen sie besonders häufig entstehen sind u.a.:

  • kolorektale Karzinome, also Tumoren am Dick- und Enddarm
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)
  • Magenkrebs
  • Lungenkrebs
  • Brustkrebs (Mammakarzinom)
  • Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
  • Schilddrüsenkrebs, sowie seltener
  • Eierstockkrebs
  • Uteruskrebs
  • schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Symptome

Die Frühsymptome sind nicht spezifisch. Symptome sind: Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Nachtschweiß und Übelkeit. Hinweise auf eine Lebererkrankung kann Druckschmerz im linken und mittleren Oberbauch und eine Gelbsucht, oder seltener, Durchfall sein.

Diagnose

Bei vielen Krebserkrankungen gibt es erst im fortgeschrittenen Stadium die ersten typischen Beschwerden. Deshalb wird eine Diagnose oft erst relativ spät gestellt werden können. In diesem fortgeschrittenen Stadium können sich schon Metastasen gebildet haben. In diesen Fällen sind die Chancen einer Heilung gering. Bei einem Verdacht auf Leberveränderungen lässt sich die Diagnose Lebermetastasen durch eine Ultraschall-Untersuchung, eine Computertomographie oder Kernspintomographie der Leber stellen. Wenn ein Primärtumor bereits bekannt ist, kann auf die histologische Untersuchung des befallenen Gewebes der Leber verzichtet werden. Ansonsten muss festgestellt werden, ob es sich bei dem Tumor um einen Leberkrebs handelt. Bei Verdacht auf Lebermetastasen müssen umfangreiche Diagnostikmaßnahmen durchgeführt werden, um den Primärtumor zu finden. Eine Darmspiegelung ist besonders wichtig, weil Darmkrebs die häufigste Ursache von Lebermetastasen ist. Oft muss eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Leberherd zur histologischen Untersuchung entnommen werden, um die Ursache abzuklären. Dadurch kann meist die Herkunft der Metastasen festgestellt werden.

Therapie

Die Behandlung der Lebermetastasen hängt sehr von der Art des Primärtumors ab. Bei guten Bedingungen des lokalen individuellen Krankheitsbildes besteht die Möglichkeit der operativen Leberteilentfernung mit günstigen Ergebnissen. Andere Behandlungsmethoden, wie die regionale intraarterielle Leberperfusion mit Zytostatika (Krebsmedikamenten), einer Alkoholinjektion, sowie die interne oder externe Bestrahlung mit ionisierender Strahlung in der Strahlentherapie sind der chirurgischen Therapie als Erstmaßnahme jedoch unterlegen. Eine weitere Behandlungsmethode stellt eine Lasertherapie dar. Hier führt man über die Leistenader einen oder mehrere Laserdrähte in die Lebermetastase ein, wobei man durch die gebündelte Hitzeeinwirkung des Lasers die Metastase "verbrennt". Diese Methode wird bei bestimmten Patienten als Alternative zur chirurgischen Behandlung angewandt. Bei Schmerzen durch Einwachsen des Tumors in die Leberkapsel wirkt die Bestrahlung mit ionisierender Strahlung schmerzlindernd.

Prognose

Die Prognose eines Patienten mit Lebermetastasen hängt von den Behandlungsmöglichkeiten des Primärtumors, vom Vorhandensein weiterer Metastasen und von der Ausdehnung und Behandlungsmöglichkeiten der Lebermetastasen selbst ab. Insgesamt ist leider festzustellen, dass eine Prognose nicht allzu positiv gesehen werden kann.